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Die besten Filme 2017 – Mein Fazit

Das neue Jahr ist eigentlich schon fast zu alt, um noch mal einen Blick zurückzuwerfen, oder? Na, egal. Da ich bislang keine Zeit dafür hatte, mache ich das jetzt noch. Wie lief denn euer Filmjahr 2017? Meines war… nun ja, durchwachsen, könnte man sagen. Zwar war ich dank meiner Kino-Flatrate über 30 mal im Kino, habe aber insgesamt trotzdem nur etwas mehr als 60 Filme gesehen. Das ist schon relativ wenig und soll 2018 auf jeden Fall wieder mehr werden 🙂 Ich möchte euch einmal zeigen, welche für mich die besten Filme 2017 waren.

Manchester by the Sea


Als ich „Manchester by the Sea“ gesehen habe, wusste ich noch nichts von den Vorwürfen wegen sexueller Belästigung gegen Casey Affleck – sonst wäre ich vermutlich ziemlich voreingenommen in diesen Film gegangen. So stellt sich mir bei diesem Film tatsächlich die schwierige Frage: Kann und soll man die Kunst vom Künstler trennen? Ich habe die Frage für mich noch nicht abschließend beantwortet. Was ich allerdings im vergangenen Jahr mit „Manchester by the Sea“ im Kino gesehen habe, war einer der besten Filme seit langem. Der Film hat mich zutiefst bewegt, hat mir das Herz gebrochen und es dennoch an manchen Stellen wieder geflickt. Er hat ziemlich viel von dem, was ich mir von einem Film wünsche: authentische Charaktere, stimmige Dialoge und ein atmosphärisches Setting. Er tut weh und tut gerade deswegen am Ende so gut.

La La Land


Kurze Frage: Gibt es jemanden, der La La Land noch nicht gesehen hat? Obwohl der Film bereits früh hoch gelobt wurde, war ich skeptisch – und wurde umso positiver überrascht. Der Film hat einfach Spaß gemacht. Nicht nur wegen der tollen Musik und der Darsteller (obwohl, natürlich, Emma Stone und Ryan Gosling – I mean, come on), sondern auch wegen der packenden Geschichte. Obwohl La La Land ein Musical ist und eine rein fiktive Geschichte erzählt, spiegelt der Film gekonnt Probleme, die vermutlich jeder kennt: berufliche Schwierigkeiten, Probleme in der Beziehung, das Verfolgen der eigenen Träume – und die Kompromisse, die damit einher gehen.

Wonder Woman


Prinzipiell erzählt Wonder Woman eine recht typische Origin-Story. Und ja, auch vor Wonder Woman gab es coole weibliche Protagonistinnen. Und doch ragt dieser Film heraus. Der Zuschauer wird in Wonder Womans Geschichte eingeführt und mit ihrer Figur vertraut gemacht. Von Anfang wissen wir: Sie ist eine Kämpferin. Nicht ohne Schwächen und Zweifel, aber dennoch mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein. Diana bietet Identifikationspotential und behält dies über die ganze Strecke des Films. Den Machern ist es gelungen, eine Bad-Ass-Kriegerin zu schaffen, die gleichzeitig mit kindlicher Naivität eine fremde Welt entdeckt und infrage stellt. Die Charaktere, gespielt von Gal Gadot und Chris Pine, erwecken diesen Film zum Leben und die (überzogene) Action macht hier richtig Spaß.

Dunkirk


Schon als ich den Dunkirk-Trailer zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich, dass ich den Film mögen würde. Nun gut, „mögen“ ist in diesem Kontext seltsam, aber ohne Zweifel kann ich sagen, dass Dunkirk ein guter Film ist. Für mich persönlich nicht nur einer der besten Filme 2017, sondern der beste Film des Jahres! Der Film schafft so eine bedrückende Stimmung, hat in mir so eine Beklemmung ausgelöst, dass er mich noch lange nach dem Kinobesuch beschäftigt hat. Christopher Nolans Regie ist für mich hier großartig, wie er Bilder aufbaut – Kritiker könnten sagen, beinahe zu statisch, zu analytisch, zu clean – grenzt für mich an Perfektion.

Welche waren für euch die besten Filme 2017?

Photo by Georgia Vagim on Unsplash

9 Kommentare

  1. Hey!
    Ich bin seit dem Film im Wonder Woman Fieber und ein großer Fan dieser Figur.
    Besonders die Szene, wo sie durch das Niemandsland läuft, ist episch.
    Jetzt werde ich nach und nach die Comics lesen und kann eigentlich gar nicht genug von Diana kriegen.
    Auf Dunkirk hast du mir nun richtig Lust gemacht, den kaufe ich dann bald mal auf DVD.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    • Katie sagt

      Ich habe auch richtig Lust, jetzt mal Comics oder beispielsweise das Wonder-Woman-Buch von Leigh Bardugo zu lesen. Steht auf meiner sehr langen To-Read-Liste 😀

  2. Kia ora, Katie.
    Zeitiger „Frühjahrsputz“, wie ich sehe. Die Startseite weiss zu gefallen.

    In der Regel fährt man/frau solide, wenn Kunst & Künstler eine Trennung erfahren. Speziell weil ein Film – in der Regel – das Werk vieler Hände ist. Die jeweilige Kunst bleibt – der Künstler selber kann dennoch den Bach runtergehen.
    Roman Polanski hatte den Kindesmißbrauchs eingestanden & sich aus dem Staub gemacht, als ihm drohte, nicht mit einer Bewährungsstrafe davon zu kommen. Er gibt sich seither gern als „Justizopfer“, verdrängt aber aktiv dabei, daß sein unter Drogen gesetztes Opfer (!) sich ihm nicht entziehen konnte.
    Polanski seitdem als Filmemacher persönlich zu ehren, bleibt ein Unding.
    Casey Affleck hat sich wohlweislich selbst aus dem Oscar-Rampenlicht für 2018 genommen – nachdem die „unfehlbare“ Academy bei James Franco noch eine Vollbremsung hinlegte…vermutbar.
    ‚Manchester By The Sea‘ bleibt der feine Film der er ist.

    ‚La La Land‘ habe ich lediglich via der aufgefahrenen Reviews verfolgt. Was mir schon ausreichend war, weil man/frau mich mit Musicals solide auf Distanz halten kann. Nope.
    Filmisch am nächsten kam ich dem Film noch mit dieser kurzen Parodie… 😎

    https://www.youtube.com/watch?v=wF6EOBdLUSU

    for your consideration

    Bei der Menge an mysogynen Kommentaren zu ‚Wonder Woman‘ hat der Film von Patty Jenkins, bereits durch seine bloße Existenz, Relevanz erzielt. Die überzogenen Elemente des Finales lassen sich dadurch leichter ausblenden. Eine over the top Klopperei mit Ares, die vermutlich nur auf Drängen von Firmen-Anzüge in das Finale gezwängt wurde.
    Bleibt zu hoffen, dass die Regisseurin freie Hand für die Fortsetzung hat – oder die Neu-Verantwortlichen bei Warner (für DC) nicht komplett alles einreissen.

    ‚Dunkirk‘ ist in der Tat ein herausragender Film des Jahres, der Krieg auf das eindampft was er ist. Der es im gleichen Augenblick aber vermag zu erzählen, was dieser Krieg gegen Hitler-Deutschland bedeutet.
    Es wäre wahrscheinlicher geworden, dass bei einem Scheitern der Evakuierung, England in einen Waffenstillstand eingewilligt & das Dritte Reich freie Hand in Europa gehabt hätte.

    ‚Last Jedi‘ ist auch wegen der gewagten Story in mein Star Wars-Trio gestoßen; gleichauf mit ‚Empire‘ & ‚Rogue One‘.
    Erfreuen konnte mich die zudem die gelungene Adaption von ‚Valerian & Laureline‘ – wie Bessons Film eigentlich hätte heissen müssen. Soweit ich mich erinnere konnte er Dir lediglich Langeweile bereiten.
    Sehenswert weiters ‚Wind River‘, ‚The Big Sick‘, ‚In This Corner Of The World‘ (dvd), ‚This Beautiful Fantastic‘ oder ‚The Garden Of Words‘ (dvd).

    Hier noch, als aktueller Tip, eine Doku (von Amirose Eisenbach mit produziert) über Gleichheit: ‚Equal Playing Field‘

    43403b44f1

    for your consideration

    bonté

      • Latha math, Katie.
        Vor ein paar Tagen hattest Du die Twitter-Frage nach Bi-Charakteren in allerlei Formen des Geschichtenerzählens; hier hätte ich ein paar Filme, die solche Stories erzählen…
        ‚Sagan‘ mit der einzigartigen Sylvie Testud in der Titelrolle.
        ‚High Art‘ & ‚The Kids Are All Right‘ – beide von Lisa Cholodenko inszeniert.
        & der wohl intensivste, beste Film von Neil Jordan – ‚The Crying Game‘.

        Meine Gyllenhaal-Mail gut angekommen?

        bonté

    • Katie sagt

      Vielen Dank, RoM, für deinen ausführlichen und, wie immer, spannend zu lesenden Kommentar. Du bringst die Dinge immer so treffend auf den Punkt, dass ich kaum weiß, wie ich da adäquat drauf antworten sollte.

      „In der Regel fährt man/frau solide, wenn Kunst & Künstler eine Trennung erfahren. Speziell weil ein Film – in der Regel – das Werk vieler Hände ist. Die jeweilige Kunst bleibt – der Künstler selber kann dennoch den Bach runtergehen.“ – Da ist wohl etwas Wahres dran, guter Punkt. Von Polanski habe ich übrigens bislang noch keinen Film gesehen (soweit ich weiß), aus genau den genannten Gründen. Ich tu mich da sehr oft schwer, Kunst und Künstler zu trennen, aber an deinem Argument ist natürlich durchaus was dran.

      Die Parodie zu „La La Land“ ist gut, danke für den Link 😀 Auch zu „Equal Playing Field“, interessantes Thema!

      Last Jedi und Valerian konnte mich, wie du dich richtig erinnert hast, leider nicht überzeugen. Bei Moviescape kannst du, bei Interesse, eine Kritik zu The Last Jedi finden, mit der ich sehr konform gehe.

      Deine weiteren Tipps hoffe ich zum großen Teil noch sehen zu können, „Wind River“ hoffentlich bald schon im Kino!

  3. Oh, ich sehe, meine drei Tops überschneiden sich komplett mit deinen – und „Dunkirk“ war auch für mich der beste Film des Jahres. Selten habe ich anderthalb Stunden durchgehend so gespannt auf eine Leinwand gestarrt. Unsere Überschneidung freut mich sehr und ich sehe direkt wieder, warum ich deinen Blog so gerne lese: Weil du eben meinen Geschmack so gut triffst. Daher will ich auch „Manchester by the Sea“ eigentlich noch sehen – und gleichzeitig geht es mir wie dir. Gerade weil ich ja von den Vorwürfen weiß und ihn eben noch nicht geschaut habe, bin ich nicht sicher, wie ich an den Film herangehen könnte. Ist es überhaupt noch möglich, ihn als alleinstehendes Werk zu sehen? Und sollte man vorverurteilen? Vielleicht sollte ich nicht so viel darüber nachdenken, sondern es ausprobieren.

    Ich bin jetzt schon gespannt auf deine Highlights 2018 und wünsche dir ein erfolgreiches Jahr voller toller Filme!

    • Katie sagt

      Danke, Sonja, das wünsche ich dir auch <3 Ich freu mich sehr über deinen lieben Kommentar 🙂

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