Me, without words – Besser als sein Vorgänger

Eigentlich gilt ja für Filme und Bücher die ungeschriebene Regel, dass Teil 1 immer besser ist als Teil 2 (Ausnahmen bestätigen die Regel). Bei Trilogien geht man sogar davon aus, dass der zweite Teil der schlechteste Teil ist. Na gut, Kira Minttus Stay Tuned-Reihe ist keine Trilogie und noch nichtmal eine Reihe im klassischen Sinne. Dennoch hatte ich ein bisschen Angst, dass „Me, without words“ nicht an seinen Vorgänger „Keep on Dreaming“ würde anknüpfen können. Teil 1 hatte ich mir im März auf der Leipziger Buchmesse geholt und am darauffolgenden Sonntag in einem Rutsch verschlungen. Ob mich „Me, without words“ auch so begeistern konnte?

Das ist der Klappentext zu „Me, wihout words“

Kira Minttu - Me, without wordsEs ist dieses Gefühl, verlorenzugehen. Es ist das Schweigen, das über allem liegt, es sind die unausgesprochenen Worte, die im Raum hängen und die Juli am liebsten herunterschlagen und ihren Eltern in die versteinerten Gesichter werfen würde. Es sind die Erwartungen, die sie hinter den Kerzen zu erkennen glaubt, die ihr Freund Levin angezündet hat, und es ist die Freundschaft zu ihrer besten Freundin, die an den Rändern auszufransen scheint. Es sind all diese Gründe, aus denen Juli mit dem Gedanken spielt, sich auf jemanden einzulassen, dessen Absichten sie nicht zu durchschauen vermag …

Mein Eindruck vom Buch

Die Grundstimmung in „Me, without words“ ist definitiv eine andere als in „Keep on Dreaming“. Das ist aber gar nicht schlimm, schließlich stehen auch andere Charaktere im Fokus und natürlich eine ganz andere Handlung. In Teil 2 der Stay Tuned Reihe geht es um Juli, die plötzlich in ihrem Zuhause mit Problemen konfrontiert wird und auch mit ihrem Freund Levin irgendwie nicht mehr so richtig auf einen Nenner kommt.

Kira Minttu fängt Julis Stimmungen so gut ein, macht ihre Gedanken und Gefühle so greifbar, dass ich überhaupt keine Probleme hatte, mich in sie hineinzuversetzen. Tatsächlich konnte ich beinahe jede von Julis Handlungen nachvollziehen, was eben dazu geführt hat, dass ich sehr mit ihr mitgelitten habe. Diese realistische Stimmung schafft die Autorin einerseits durch ihren Sprachstil: Der ist nämlich so locker und leicht zu lesen, dass man nicht anders kann, als drin zu versinken. Sie trifft, wie bereits im Vorgänger, die Sprache der Jugendlichen perfekt, ohne dass es albern oder übertrieben wirkt. Sie baut wunderschöne Metaphern und Vergleiche ein, die auf der Zunge zergehen.

Der zweite Grund, warum Kira Minttus Geschichte vor meinem Augen zum Leben erwacht sind die Charaktere. Sie alle sind so beschrieben, dass ich keinen Zweifel habe, dass es sie so in der Realität geben könnte. Hier hat für mich noch mal eine deutliche Verbesserung zu Teil 1 stattgefunden. Leider wurde mir Marc bis zum Ende des Buches nicht so 100% sympathisch (#TeamLevin), aber das muss vielleicht auch gar nicht so sein. Ein wirklicher Kritikpunkt ist das für mich jedenfalls nicht.

Fazit

Insgesamt ist Kira Minttu mit diesem Jugendbuch bei mir also wieder ein Volltreffer gelungen – einer, der mir aufgrund des Themas sogar noch besser gefallen hat wie der erste Teil, obwohl, oder gerade weil, sich „Me, without words“ eben nicht mal eben so weglesen lässt. Teil 2 der Stay Tuned Reihe hat mich emotional mehr berührt und sprachlich noch mehr überzeugt. Deswegen kann ich nicht anders als gespannt sein auf das, was da noch kommt.

Kira Minttu – Me, without words

Kira Minttu - Me, without words - Banner

Erschienen mit Unterstützung der Ink Rebels
Das Taschenbuch wird vertrieben vom Amrûn Verlag

ISBN: 978-3-958-69291-6

Taschenbuch, 320 Seiten

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Ein Gedanke zu „Me, without words – Besser als sein Vorgänger

  1. monerl sagt:

    Hallo Katrin,

    ich stimme dir absolut zu! (Meine Rezis kommen noch)

    Im Urlaub habe ich alle drei Bücher in einem Rutsch durchgelesen. Das hatte ich ursprünglich nicht erwartet, da ich mit Jugendbüchern nicht mehr viel anfangen kann. Doch die bisherigen Rezensionen hatten mir die Geschichten schmackhaft gemacht. Und ich habe das Lesen nicht bereut. Die Charaktere sind absolut TOP gelungen und ganz, ganz arg echt. Das macht die Bücher so besonders. Leider ist der 3. Teil ja „nur“ ein e-Short. Es hätte so viel Potential zu einem eigenständigen Buch gegeben… Ich hätte gerne mehr gelesen.

    GlG vom monerl

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