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Tanz, meine Seele von Kira Minttu: Witzig, Spannend, Emotional

Kira Minttu - Tanz meine Seele

Wie auf diesem Blog vielleicht schon ein oder zwei Mal deutlich geworden ist, mag ich Kira Minttu sehr. Ich möchte diese Buchbesprechung mit einem großen Satz einläuten: Für mich ist Kira Minttu die beste deutsche Autorin, die ich kenne. Ich würde ohne zu zögern alles von ihr lesen und wenn es die Bedienungsanleitung eines Staubsaugers wäre. Ihre Figuren erwachen zwischen den Seiten zum Leben, ihre Geschichten bringen mich nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Weinen, und ihr Schreibstil ist so auf den Punkt, dass ich nicht anders, als ehrfürchtig auf die Seiten starren kann. Bislang konnten wir Jugendbücher von Kira lesen, heute erscheint das erste New Adult-Werk der Autorin: Tanz, meine Seele. So zu tun, als hätte mir das Buch nicht gefallen, ist an dieser Stelle wahrscheinlich schon hinfällig. Aber lest, worum es in dem Roman geht und was genau mir so gut gefallen hat.

Darum geht es in Tanz, meine Seele

Kira Minttu - Tanz, meine Seele BuchcoverDer Klappentext: Harper liebt das Tanzen, ihre Unabhängigkeit und daneben nur noch Molly, ihre eigensinnige Perserkatze. Reicht völlig aus, findet Harper, und beobachtet kopfschüttelnd, wie ihre beste Freundin Andra von einer Beziehungskatastrophe in die nächste stolpert. Bis Harper beim Tanzen plötzlich vor einer Herausforderung steht, die sich weder durch Kampfgeist noch mit Sarkasmus lösen lässt: Wie soll sie Gefühle auf der Bühne zeigen, die sie nicht spürt? Einen gäbe es vielleicht, der ihr helfen könnte. Doch vor ihm hält Harper ihr Herz erst recht unter Verschluss…

Die Charaktere: Sympathisch und authentisch

Wir lernen in diesem Buch die 20-jährige Harper kennen, die zwar an der Uni eingeschrieben ist und nebenbei kellnert, in Wahrheit aber nur eine Leidenschaft hat: das Tanzen. Auch wenn ich selbst mit Tanzen so gar nichts am Hut habe, konnte ich mich doch unfassbar schnell und gut mit der Protagonistin identifizieren. Die ganze Geschichte wird aus Harpers Sicht erzählt, in ihrem sarkastischen Ton mit viel Witz. So ist Harper von der ersten Seite an sympathisch und ihre Handlungen nachvollziehbar.

„Ich mag sein Lachen. Sein Lachen kommt immer ganz plötzlich, es füllt nie irgendwelche Lücken, sondern ist einfach da.“

Um Harper herum lernen wir eine Menge toller Nebenfiguren kennen, beispielsweise ihre beste Freundin Andra. Sie stellt mit ihren romantischen Vorstellungen gewissermaßen einen Kontrast zu Harper dar. Auch sie war sympathisch und realistisch angelegt. Besonders gut gefallen hat mir Sandro, Harpers Kollege in der Bar. Ich habe ihn so sehr in mein Herz geschlossen und kann nicht mal ganz genau sagen, warum eigentlich. Er hat einen gewissen Charme und manchmal so eine niedlich-trotzige Art an sich. Auch Charaktere, die ich jetzt aus Spoiler-Gründen nicht zu sehr besprechen möchte, waren großartig ausgearbeitet: Bennet und Luke. Nicht nur Harper hat all die Gefühle durchlebt, sondern ich gleich mit.

Ein weiterer Charakter in diesem Buch ist Harpers Mutter, die unter schweren Depressionen leidet. Für Betroffene ist dieser Part mitunter schwer zu ertragen, aber die Autorin schafft es, das Thema realistisch und reflektiert einzubauen. Hier wird nichts beschönigt und niemand mit Samthandschuhen angefasst – das tut weh, bereichert das Buch und Harpers Entwicklung aber ungemein.

„Für einen kurzen Moment ist mir nach Weinen und Lachen gleichzeitig zumute, möchte ich ihn von mir stoßen und mich in ihm auflösen, und dann ist alles zu spät, treibt mich eine Kraft hinweg, für die ich keine Worte habe.“

Kira Minttu hat einfach ein Talent für realistische Charaktere, was wahrscheinlich zu einem großen Teil auch an den tollen Dialogen liegt. Hier wirkt nichts aufgesetzt, nein, ich kann mir diese Gespräche genauso vorstellen. Wir tauchen als Leser tief in Harpers Gefühle und Gedanken ein und sind da direkt gefangen – und zwar gerne. Die Protagonistin macht eine starke, aber nachvollziehbare, Entwicklung durch, wodurch natürlich die nötige Spannung beim Lesen aufkommt.

Leidenschaft und Gefühl

In Harpers Leben dreht sich alles um die Leidenschaft fürs Tanzen. Aber ist sie auch mit dem nötigen Gefühl dabei? Als sie damit konfrontiert wird, dass ihr großer Traum platzen könnte, muss sie sich eingestehen, dass sie vielleicht doch nicht so unabhängig ist oder sein kann, wie sie gerne wäre. Doch sich zu öffnen fällt Harper besonders schwer.

„Jemandem erstmalig eine neue Choreographie zu zeigen, noch dazu jemandem, der etwas vom Tanzen versteht, fühlt sich an, als lese dieser Jemand in deinem Tagebuch und zwar eine der Stellen, die man Tage später wieder rausreißt, weil sie einfach zu peinlich sind, um sie der Nachwelt zu hinterlassen.“

In Tanz, meine Seele geht es ums Tanzen, ja, aber eigentlich geht es doch um mehr: Um das Verwirklichen von Träumen, um das Vertrauen gegenüber anderen und in sich selbst und darum, über den eigenen Schatten zu springen.

Die Handlung wird an keiner Stelle langweilig. Im Gegenteil: Immer wieder überrascht das Buch mit unerwarteten Wendungen oder mit Szenen, die von üblichen Genreklischees angenehm abweichen. Ja, es geht um Liebe und auch um Sex, wie sich das in einem New Adult Roman eben so gehört, und das alles ist wunderbar verpackt, aber in diesem Buch versteckt sich noch so viel mehr, dass ich wirklich jedem ans Herz legen kann, es zu lesen.

Kira Minttu - Tanz, meine Seele Buchcover

Kira Minttu – Tanz, meine Seele

Erschienen mit Unterstützung der Ink Rebels
Das Taschenbuch wird vertrieben vom Amrûn Verlag

Ausführliche Leseprobe als PDF

ISBN: 978 395 869 32 34

Taschenbuch, 360 Seiten

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2 Kommentare

  1. Hey,
    das ist eine wunderschöne Rezension zum neuen Buch von Kira! Ich habe es gestern genau zu Mitternacht auf meinen Reader geladen und freue mich schon sehr auf Harper. Kira hat mich mit ihrer Stay-Tunes-Reihe absolut überzeugt und mein Plausch mit ihr auf der FBM17 war auch sehr, sehr schön. Wir hatten total die Zeit vergessen! 🙂
    Obwohl ich kaum noch Jugend- un JA/NA-Bücher lese, Kira weiß es, sie zu schreiben und ich genieße das Lesen.
    GlG vom monerl

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